Rund um den Alexan­der­platz wurde der Him­mel ent­fer­nt und gegen einen far­bigen Hin­ter­grund getauscht. Die Abste­hende Sil­hou­ette wirft einen Schat­ten auf den Hin­ter­grund und die Schrift die betitelt was der Betra­chter sieht. Diese Serie spielt mit einem men­tal­en Automa­tismus des Sehens und Lesens. Der Schriftzug wird nicht nur gese­hen, son­dern unwillkür­lich aus­ge­sprochen. Das Foto wird damit zu ein­er Art visuellem Echo.

AllesandersplatsGif
Rund um den Alexan­der­platz wurde der Him­mel ent­fer­nt und gegen einen far­bigen Hin­ter­grund getauscht. Die Abste­hende Sil­hou­ette wirft einen Schat­ten auf den Hin­ter­grund und die Schrift die betitelt was der Betra­chter sieht. Diese Serie spielt mit einem men­tal­en Automa­tismus des Sehens und Lesens. Der Schriftzug wird nicht nur gese­hen, son­dern unwillkür­lich aus­ge­sprochen. Das Foto wird damit zu ein­er Art visuellem Echo.
Marco van Oel
Wie Fis­che im Aquar­i­um bewe­gen sich die Men­schen durch die Ausstel­lung. Wer ist bess­er aus­geleuchtet, die Besuch­er oder die Expres­sion­is­ten an der Wand?

Wie Fis­che im Aquar­i­um bewe­gen sich die Men­schen durch die Ausstel­lung. Wer ist bess­er aus­geleuchtet, die Besuch­er oder die Expres­sion­is­ten an der Wand?

Rock­star, Mut­ter oder Dön­er­mann von nebe­nan. Fre­unde in ihrem natür­lichen Habi­tat fotografieren und somit für die Ewigkeit zu kon­servieren, bringt große Freude. Wenn ich es doch nur öfter machen würde.

Marco van Oel
Rock­star, Mut­ter oder Dön­er­mann von nebe­nan. Fre­unde in ihrem natür­lichen Habi­tat fotografieren und somit für die Ewigkeit zu kon­servieren, bringt große Freude. Wenn ich es doch nur öfter machen würde.

2026 — graues Berlin?

Rund um das Haus der Sta­tis­tik wurde der Him­mel entfernt.

Die Sil­hou­ette ste­ht etwas ab und wirft einen Schat­ten auf den far­bigen Hin­ter­grund, was den Objek­ten eine räum­liche Wirkung verleiht.

Marco van Oel
Rund um das Haus der Sta­tis­tik wurde der Him­mel ent­fer­nt. Die Sil­hou­ette ste­ht etwas ab und wirft einen Schat­ten auf den far­bigen Hin­ter­grund, was den Objek­ten eine räum­liche Wirkung verleiht.

Der Moment, in dem eigene Fotografien zum ersten Mal aus­gestellt wer­den, ist für Kün­stler die näch­ste Evo­lu­tion­sstufe. Bis dahin existieren die Bilder oft in einem geschützten Raum: auf der eige­nen Fest­plat­te, auf Social Media. Man kann exper­i­men­tieren, ver­w­er­fen, neu anfan­gen, alles ohne große Konsequenzen.

Eine Ausstel­lung verän­dert diese Sit­u­a­tion grundlegend.

Plöt­zlich wer­den Entschei­dun­gen endgültig. Bilder ver­lassen den dig­i­tal­en Raum und wer­den physisch. Es geht um die Größe und Mate­r­i­al, das Druck­ver­fahren und die Rah­mung, denn all das bee­in­flusst, wie ein Bild wahrgenom­men wird. Was auf dem Bild­schirm funk­tion­iert hat, wirkt an der Wand vielle­icht ganz anders.

Mit der Ausstel­lung begin­nt auch eine neue Form der Ver­ant­wor­tung gegenüber den eige­nen Arbeit­en. Welche Bilder wählt man aus? Welche hän­gen nebeneinan­der und welche bleiben bewusst draußen?

All diese Entschei­dun­gen for­men am Ende das Erleb­nis der Besucher.

Doch neben der kreativ­en Seite gibt es auch eine organ­isatorische Real­ität. Eine Ausstel­lung bedeutet Pla­nung: Trans­port der Bilder, Hän­gung, Licht, Beschrif­tun­gen, Ein­ladung von Gästen, Kom­mu­nika­tion nach außen und das Bud­get. Plöt­zlich geht es nicht mehr nur um Fotografie, son­dern auch um Präsen­ta­tion und Öffentlichkeit.

Das Stresslev­el steigt – manch­mal deutlich.

Denn mit der Ausstel­lung stellt man sich einem Pub­likum. Men­schen wer­den ange­sprochen, urteilen, fühlen vielle­icht etwas oder auch nicht. Diese Offen­heit gehört dazu. Sie ist gle­ichzeit­ig beängsti­gend und faszinierend.

Genau darin liegt aber auch die beson­dere Qual­ität ein­er Ausstellung.

Ein Bild an der Wand ist nicht mehr nur eine Datei. Es wird zu einem Objekt im Raum. Besuch­er ste­hen davor, treten näher her­an, ent­deck­en Details, gehen wieder ein paar Schritte zurück. Sie nehmen sich Zeit.

Und genau in diesem Moment begin­nt die eigentliche Begeg­nung zwis­chen Bild und Betrachter.

Marco van Oel
Der Moment, in dem eigene Fotografien zum ersten Mal aus­gestellt wer­den, ist für Kün­stler die näch­ste Evo­lu­tion­sstufe. Bis dahin existieren die Bilder oft in einem geschützten Raum: auf der eige­nen Fest­plat­te, auf Social Media. Man kann exper­i­men­tieren, ver­w­er­fen, neu anfan­gen, alles ohne große Kon­se­quen­zen. Eine Ausstel­lung verän­dert diese Sit­u­a­tion grundle­gend. Plöt­zlich wer­den Entschei­dun­gen endgültig. Bilder ver­lassen den dig­i­tal­en Raum und wer­den physisch. Es geht um die Größe und Mate­r­i­al, das Druck­ver­fahren und die Rah­mung, denn all das bee­in­flusst, wie ein Bild wahrgenom­men wird. Was auf dem Bild­schirm funk­tion­iert hat, wirkt an der Wand vielle­icht ganz anders. Mit der Ausstel­lung begin­nt auch eine neue Form der Ver­ant­wor­tung gegenüber den eige­nen Arbeit­en. Welche Bilder wählt man aus? Welche hän­gen nebeneinan­der und welche bleiben bewusst draußen? All diese Entschei­dun­gen for­men am Ende das Erleb­nis der Besuch­er. Doch neben der kreativ­en Seite gibt es auch eine organ­isatorische Real­ität. Eine Ausstel­lung bedeutet Pla­nung: Trans­port der Bilder, Hän­gung, Licht, Beschrif­tun­gen, Ein­ladung von Gästen, Kom­mu­nika­tion nach außen und das Bud­get. Plöt­zlich geht es nicht mehr nur um Fotografie, son­dern auch um Präsen­ta­tion und Öffentlichkeit. Das Stresslev­el steigt – manch­mal deut­lich. Denn mit der Ausstel­lung stellt man sich einem Pub­likum. Men­schen wer­den ange­sprochen, urteilen, fühlen vielle­icht etwas oder auch nicht. Diese Offen­heit gehört dazu. Sie ist gle­ichzeit­ig beängsti­gend und faszinierend. Genau darin liegt aber auch die beson­dere Qual­ität ein­er Ausstel­lung. Ein Bild an der Wand ist nicht mehr nur eine Datei. Es wird zu einem Objekt im Raum. Besuch­er ste­hen davor, treten näher her­an, ent­deck­en Details, gehen wieder ein paar Schritte zurück. Sie nehmen sich Zeit. Und genau in diesem Moment begin­nt die eigentliche Begeg­nung zwis­chen Bild und Betrachter.

Jede Garten­laube wirkt auf mich wie eine kleine Theaterbühne.

Manch­mal wild gewach­sen, manch­mal sorgfältig arrang­iert. Das Gras ist englisch kurz geschnit­ten, das Beet ordentlich geset­zt, die Hecke exakt qua­dratisch ges­tutzt. Hier ste­ht eine Gießkanne, dort ragt ein Baum weit in den Garten hinein.

Diese Orte sind kleine Kos­men des Rück­zugs mit­ten in der Stadt. Ein Stück Pri­vatheit, ver­bor­gen hin­ter Heck­en und Zäunen, abgeschirmt vom Lärm des Alltags.

Wie auf ein­er Bühne scheint alles bere­it zu sein, als würde gle­ich jemand auftreten: der Besitzer, der Nach­bar, der Nachmittag.

Bilder ohne Men­schen und doch voller Spuren von ihnen.

Gartenlaube, Kleingarten, Datsche 

Jede Garten­laube wirkt auf mich wie eine kleine Theaterbühne.

Manch­mal wild gewach­sen, manch­mal sorgfältig arrang­iert. Das Gras ist englisch kurz geschnit­ten, das Beet ordentlich geset­zt, die Hecke exakt qua­dratisch ges­tutzt. Hier ste­ht eine Gießkanne, dort ragt ein Baum weit in den Garten hinein.

Diese Orte sind kleine Kos­men des Rück­zugs mit­ten in der Stadt. Ein Stück Pri­vatheit, ver­bor­gen hin­ter Heck­en und Zäunen, abgeschirmt vom Lärm des Alltags.

Wie auf ein­er Bühne scheint alles bere­it zu sein, als würde gle­ich jemand auftreten: der Besitzer, der Nach­bar, der Nachmittag.

Bilder ohne Men­schen und doch voller Spuren von ihnen.

Marco van Oel
Schat­ten